Neuer gesundheitsschÀdlicher Erreger am Ahorn entdeckt


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Ahornarten, insbesondere der Bergahorn, gelten als klimatolerante und holzwirtschaftlich wertvolle LaubbĂ€ume. Waldschutzrelevante Erreger traten bis dato erfreulicherweise nur in geringem Umfang in Erscheinung. Umso kritischer sind die Neufunde des pilzlichen Erregers der sogenannten Ahorn-Rußrindenkrankheit (Cryptostroma corticale) an mehreren Orten auf der FrĂ€nkischen Platte im Sommer 2018 zu werten.

2005 erfolgte der Erstnachweis des Pilzes in Deutschland in der wĂ€rmebegĂŒnstigten oberrheinischen Tiefebene, gefolgt von lokalen Funden in Sachsen, ThĂŒringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Im Juli 2018 konnten jetzt auch Nachweise an mehreren Fundorten auf der FrĂ€nkischen Platte in Bayern erbracht werden.

Symptome und Befall

Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich deutliche Blattverluste und Welkeerscheinungen in der Krone, starke Äste können absterben. Die Symptome beginnen in der oberen Krone und setzen sich nach unten weiter fort. Ebenso zeigen sich lĂ€ngs verlaufende Rindenrisse mit Schleimfluss und Nekrosen, die sich mit fortschreitender Erkrankung zu großen abgestorbenen Rindenabplatzungen vereinen.

Befallene BĂ€ume können bei hoher Virulenz des Pilzes innerhalb eines Jahres absterben, oft zeigen sich die Befallssymptome aber auch ĂŒber mehrere Jahre. AuffĂ€llig und charakteristisch sind die dicken schwarzen Sporenlager unter der abgefallenen Rinde, sodass die StĂ€mme wie mit Ruß ĂŒberzogen erscheinen (Namensgebung). Durch Regen abgewaschen und mit dem Wind verteilt lagern die schwarzen Sporen auch am Stammfuss und auf der umgebenden Bodenvegetation.

Vor allem der Bergahorn wird befallen, aber auch die beiden anderen einheimischen und forstlich genutzten Ahornarten – Spitz- und Feldahorn – können erkranken. Der Pilz tritt besonders in Jahren mit Trockenstress, Wassermangel und großer Hitze in Erscheinung.



VORSICHT
Das Einatmen der Pilzsporen kann beim Menschen eine EntzĂŒndung der LungenblĂ€schen hervorrufen. Symptome reichen von Reizhusten und Fieber, ĂŒber SchĂŒttelfrost bis hin zu Atemnot.


Handlungsempfehlungen
  1. Befallene BĂ€ume der zustĂ€ndigen Gemeinde, Stadt, dem EigentĂŒmer oder AELF melden.
  2. Erregernachweis ĂŒber LWF einholen.
  3. Erkrankte BÀume sollten von Spezialisten gefÀllt werden.
  4. Bei allen Arbeiten umfangreiche Persönliche SchutzausrĂŒstung tragen (Maske FFP 3, Einweg-Overall, Schutzhandschuhe, Schutzbrille).
  5. Maschinelle Verfahren und feuchte Witterung sind bei der Entsorgung zu bevorzugen, um Sporenkontakt möglichst zu vermeiden.
  6. FÀllorte sollten zum Schutz der Bevölkerung weitrÀumig abgesperrt werden. Doppelte BaumlÀnge wird empfohlen. Genauere Angaben liegen von der zustÀndigen Bundesbehörde bislang nicht vor.
  7. Abgestorbene BĂ€ume nicht als Brennholz oder Hackgut verwenden.
  8. Holz abgedeckt abtransportieren und ĂŒber eine Verbrennungsanlage entsorgen.


Prognose
Auch wenn die Ahorn-Rußrindenkrankheit frĂŒher oder spĂ€ter zum Absterben fĂŒhrt, scheint der pilzliche Erreger, anders als beim Eschentriebsterben, kein grundsĂ€tzliches Risiko fĂŒr den Fortbestand der Ahorn-Arten in Bayern darzustellen. Sein Auftreten ist bislang nur sehr punktuell und an eine Stresssituation der WirtsbĂ€ume durch Sommerhitze und Trockenheit gebunden. Im Zuge der prognostizierten KlimaerwĂ€rmung muss jedoch mit einer Zunahme der Russrindenkrankheit gerechnet werden.

Ein Beitrag von:
Ludwig Straßer
Markus Blaschke
Karin Bork
Bayerische Landesanstalt
fĂŒr Wald und Forstwirtschaft


Fotos: LWF


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